Mühlbachtrasse

Die Mühlbachtrasse ist ein maßgeblicher Teil der Neugestaltung der Neuen Stadtmitte Eislingens mit dem Ziel, mehr Lebensqualität für die Eislinger Bürgerschaft zu schaffen. Auch die Stadtteile Süd und Nord können dadurch noch stärker zusammenwachsen.

Plätze zum Verweilen und Einkaufen entstehen

Durch den Abbruch der bisherigen Straßenbrücke für den Kraftfahrzeugverkehr und  durch die Verlegung der Straße an den Rand der Innenstadt kann eine intakte und belebte Innenstadt mit qualitätvollem Wohnumfeld und Plätzen zum Verweilen und Einkaufen entstehen. Für den Süden von Eislingen kann damit die Wiederbelebung der Nahversorgung sowie die Entwicklung von Flächen für den Wohnungsbau verbunden sein. Auf der Nordseite, für das Umfeld von Schloss und Rathaus zeichnet sich ein zentraler verkehrsfreier Platz für die Bürger ab. Dieser bietet einen Ort der Begegnung, Erholung, Austausch und Repräsentation. Ein solcher Platz existiert bisher in Eislingen nicht.

Der Verkehr ist gut aufgehoben

Bei der Verwirklichung der Mühlbachtrasse nimmt diese künftig einen Verkehr von rund 11.100 bis 12.000 Kraftfahrzeuge pro Tag auf. Die Stuttgarter Straße zwischen Mühlbachstraße und Hauptstraße wird um rund 5.100 Kfz/24h entlastet. Dazu ist eine Umorientierung innerstädtischer Verkehrsrelationen mit insgesamt rund 5.500 bis 6.000 Kfz/24h auf die am Stadtrand liegenden Ost- und Westtangente zu erwarten.

Informationen rund um die Baumaßnahme

Die „Mühlbachtrasse“ steht für die Verbindung der Mühlbachstraße und der Hindenburgstraße durch ein Unterführungsbauwerk der Bahnstrecke Stuttgart-Ulm. Die Maßnahme setzt sich dabei aufgrund der Grundstücksverhältnisse aus mehreren Maßnahmen mit unterschiedlichen Bauverantwortlichkeiten zusammen. Das Stahlbetonbauwerk der Unterführung ist dabei in drei Abschnitte unterteilt. 
Die Deutsche Bahn baut als Bauherrin die Eisenbahnüberführung Eislingen (Block 3-6) unter den bestehenden Gleisen neu. Im Zuge des Neubaus führt die Deutsche Bahn Maßnahmen an der Oberleitung und der Steuerungstechnik durch. An der Eisenbahnüberführung anschließend verlaufen auf dem Grundstück der Stadt Eislingen die sogenannten Grundwasserwannen (Block 1-2 und 7-9), bei diesen ist der Bauherr die Stadt Eislingen. Der Straßenaufbau und der Gehwegaufbau innerhalb des Stahlbetonbauwerks ist ebenfalls Eigentum der Stadt Eislingen, welche deshalb für diesen Teil der Bauherr ist.

Querschnitt der MühlbachtrasseVogelperspektive auf die Mühlbachtrasse westlich des Mobilitätspunktes und des Rathauses.

Querschnitt der Unterführung unter die Gleise hindurchDer Querschnitt der neuen Unterführung zeigt die zwei Fahrspuren und den erhöhten Fußweg (rechts), ähnlich wie bei der Osttangente.
Nach dem aktuellen Stand fallen für die Baumaßnahme Mühlbachtrasse Kosten in Höhe von 22,5 Mio Euro an. Die Stadt Eislingen hat für die Maßnahme Fördermittel nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) beantragt. Die Fördersumme beträgt nach derzeitigem Stand rund 9 Mio Euro, sodass die Gesamtfinanzierungsbedarf der Stadt Eislingen rund 13,5 Mio Euro beträgt (Stand jeweils 08.12.2025).
Die Kosten werden laufend fortgeschrieben.
Die Baumaßnahme wurde im Juni 2026 abgeschlossen. Nun wird die Verkehrsführung angepasst, um für einen guten Verkehrsfluss zu sorgen. In der Hindenburgstraße nördlich der Mühlbachtrasse wird hierfür in der zweiten Jahreshälfte 2026 ein neuer Kreisverkehr gebaut. Erst wenn dieser hergestellt ist, kann die Mühlbachtrasse von beiden Richtungen aus angefahren werden.
Informationen zu aktuellen Straßensperrungen und Umleitungen erhalten Sie unter www.eislingen.de/baustellen.
Der Bau der Mühlbachtrasse ist die Voraussetzung, dass die Hauptstraßenbrücke im Bereich des Schlossplatzes von Eislingen abgebrochen werden kann. Dazu muss zunächst die Verkehrsanbindung an die Mühlbachtrasse im Bereich Hindenburgstraße und Schillerstraße, sowie Hauptstraße / Hindenburgstraße / Schloss-Straße umgebaut werden, damit der Nord-Süd-Verkehr auf die neue Trasse überführt werden kann und die Kreuzungen die entsprechende Leistungsfähigkeit ausweisen. Sind die Kreuzungsbereiche umgebaut, kann der Verkehr auf die Mühlbachtrasse geleitet werden. Die Hauptstraßenbrücke ist dann verkehrsfrei und wird abgerissen. Dies ist nach derzeitigem Stand im Jahr 2027 geplant. Dafür meldet die Deutsche Bahn Bauzeitfenster an, damit im Bereich der Gleise gearbeitet werden kann. 
Nach erfolgtem Rückbau der Hauptstraßenbrücke gestaltet die Stadt den Schlossplatz neu und erweitert den bereits im Jahr 2016 hergestellten Platzbereich um das neue Rathaus und des Geschäftshauses bis zum Schloss und die Schlossstraße.

Die einzelnen Bauphasen im Detail

Zu Beginn der Maßnahme richtet die Baufirma die Baustelle ein. Anschließend finden Kabelarbeiten statt. Dabei werden die im Baufeld liegenden Kabel verlegt und gesichert. 
Bauphase 1Für eine so umfangreiche Baumaßnahme wie die Mühlbachtrasse bedarf es einer guten und durchdachten Einrichtung der Baustelle. Hierfür sind die rot markierten Flächen vorgesehen.  
In der zweiten Bauphase wird außerhalb des Gleisbereiches ein Verbau angebracht. Der Verbau stützt die Wände der Baugrube und sichert diese während der Ausführung von Arbeiten.  Die gesamte Baugrubenumschließung für die Eisenbahnüberführung und Grundwasserwanne ist als wasserdichter Verbau geplant. Nach Fertigstellung des Verbaus kann im Bereich der Grundwasserwanne (Blöcke 1-3 und 7-9) mit den Aushubarbeiten begonnen werden. Während dieser Maßnahme ist das Gleis 4 gesperrt. 
Bauphase 2Ein Verbau (rote Wellenlinie) stützt die Baugrube und die umliegenden Flächen und Gebäuden statisch ab.
In der Bauphase 3 erfolgt die Herstellung des Bohrpfahlverbaus im Gleisbereich, bei der alle Gleise vollgesperrt sind. Parallel zu den Verbauarbeiten führt die Deutsche Bahn Kabelarbeiten im Gleisbereich aus. Zudem werden die Bahnsteigdächer zurück gebaut.
Für die Dauer der Verbauarbeiten in den Bahnsteigbereichen muss der jeweilige Bahnsteig gesperrt werden. Bis zum Einbau der Bahnsteighilfsbrücken wird der Bahnsteig temporär hergestellt.
Im Zuge der Bauphase 3 wird das Gleis 4 gesperrt und ausgebaut.

Bauphase 3Mit zwei Bohrgeräten werden Pfähle (rote Linie) im Gleisbereich verbaut, die künftig die Unterführung und die darüber verlaufenden Bahngeleise stützen wird. Der Bahnsteig bleibt in der Bauzeit durch Hilfsbrücken weiterhin für Fahrgäste zugänglich.
In der Phase 4a ist zu Beginn der Einbau der Gleishilfsbrücken (Gleis 1,2 und 3) und der Bahnsteighilfsbrücken (1x Bahnsteig 1, 2x Mittelbahnsteig) vorgesehen, um den Zugbetrieb weiterhin zu ermöglichen und zeitgleich Baumaßnahmen weiterzuführen. Nach Einbau der Hilfsbrücken beginnen die Aushubarbeiten im Gleisbereich. Bauphase 4aDie Zuggleise werden von Hilfsbrücken (rot) getragen, damit unter den Gleisen durchgegraben werden kann. Die blau gestrichelte Linie zeigt die Hilfsbrücke für Bahnreisende auf dem Bahnsteig.
In der Bauphase 4b erfolgt der Restaushub für die Blöcke 4-6. Die Abfuhr des Aushubes erfolgt hierbei über die bereits fertiggestellt Sohle des Blockes 6 (siehe hierzu Phase 5).
Nach Abschluss der Aushubarbeiten wird die Filterschicht im Bereich der Blöcke 4 bis 6 eingebaut. Zudem wird die Verschubbahn in den Blöcken 4 und 6 hergestellt.
Bauphase 4bIn der Bauphase 4b wird die restliche Unterführung ausgegraben (rot schraffiert).
Während der Aushubarbeiten in Phase 4a wird der Block 6 in der Herstellungsbaugrube (Block 7) hergestellt. Die Arbeiten erfolgen aus nördlicher Richtung.
Zudem beginnt die Herstellung des Blockes 4 in der Herstellungsbaugrube (Block 2+3) südlich der Bahntrasse. 
Bauphase 5Die Blöcke 4 und 6  werden nördlich und südlich der Baustelle hergestellt und dann unter die Gleise geschoben.  Die rechte Abbildung zeigt ein Längsschnitt der künftigen Unterführung.
In der Phase 6 wird zuerst der Block 6 unter den Hilfsbrücken eingeschoben. Nachdem der Block komplett eingeschoben wurde, werden die Flügel am nördlichen Portal fertiggestellt. Anschließend wird Block 6 hinterfüllt. Analog, jedoch zeitlich versetzt erfolgt der Verschub des Blockes 4 in Endlage und wiederum dessen Hinterfüllung.
Nach Einschub der Blöcke werden die Hilfsbrücken in den Gleisen 1,2 und 3 wieder ausgebaut. Parallel hierzu wird das Gleis 4 wieder eingebaut.
Bauphase 6Sobald Block 4 (südlich) und 6 (nördlich) in ihren Endpositionen stehen (rot markiert), wird Gleis 4 (am nächsten zum Rathaus) wieder eingebaut.
In dieser Phase wird der Block 5 hergestellt. Nach Abschluss der Arbeiten werden die Bahnsteigshilfsbrücken ausgebaut und der Urzustand des Mittelbahnsteiges wiederhergestellt. Die Arbeiten am Bahnsteig erfolgen in Nachtfahr- oder Sperrpausen. 
Bauphase 7Zwischen Block 4 und Block 6 wird unterhalb des Bahnsteigs mit Ortbeton der Block 5 (rot markiert) hergestellt. Im Anschluss wird der Bahnsteig wieder hergestellt.
In der Phase 8 werden die Blöcke der Grundwasserwanne (Blöcke 1-3 und 6-9) hergestellt.
Nach Fertigstellung der Blöcke 1-3 wird der Bahnsteig 1 im Bereich der neuen Querung wiederhergestellt (inkl. Ausbau Bahnsteighilfsbrücke Gleis 1).
Parallel hierzu werden die Stützwände südlich des Blockes 1 betoniert.
Bauphase 8In Bauphase 8 werden die Blöcke vor und nach der Unterführung hergestellt (rot umrandet). Südlich wird ein Fußgängerüberweg hergestellt (dick rot markiert), um auch künftig von Bahnsteig 1 direkt zum Parkplatz zu gelangen. 
Nach Abschluss der Betonierarbeiten beginnt die Bauwerkshinterfüllung und der Ausbau des Bauwerkes. 
Abschließend wird die Baustelle zurück gebaut.
Bauphase 9 und 10
Im blau markierten Bereich wird das Gelände angepasst. Es finden Abschlussarbeiten statt bevor die Baustelle schließlich abgeschlossen und geräumt wird.