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Startschuss für ein faires und nachhaltiges Eislingen


Bei einem Festakt im Rathaus erhielt die Stadt Eislingen das Fairtrade-Siegel verliehen. Um den Titel zu erhalten, mussten nachweislich fünf Kriterien erfüllt werden, die das Engagement für den fairen Handel widerspiegeln. Dafür machte sich 2012 eine stadtinterne Arbeitsgruppe auf den Weg, aus der 2015 eine Steuerungsgruppe aus Vertretern der Bürgerschaft, der Vereine, Kirchen, Schulen und der Stadtverwaltung hervorging. Die rührige Lenkungsgruppe war die treibende Kraft, koordinierte die Aktivitäten in den letzten 4 Jahren und vernetzte die Akteure innerhalb der Stadt.


Als fünfte Kommune im Landkreis übergab Manfred Holz das Fairtrade-Zertifikat an OB Klaus Heininger.

Der Weg zur Frairtrade-Town

Um den Titel zu erhalten, benötigte es im ersten Schritt einen Ratsbeschluss, den fairen Handel unterstützen zu wollen .Ergänzend beschlossen die Fraktionen 2014 einhellig, die gesamte Beschaffung der Stadtverwaltung, sowie der Kindergärten und Schulen nach fairen Kriterien auszurichten. Die Steuerungsgruppe übernahm dann die Koordination der Aktivitäten rund um das Thema Fair Trade. Schulen, Vereine, Einzelhändler und Gastronomen mussten sich ebenso nachweislich engagieren.

"Ab heute spielt Eislingen in der Champions League" (Zitat Manfred Holz)

„Für die Auszeichung Fairtrade-Town sind weltweit die gestellten Anforderungen recht hoch, aber erfüllbar und Eislingen hat mit Bravour diese fünf Kriterien bestens erfüllt“, freute sich Fairtrade Ehrenbotschafter Manfred Holz bei der Auszeichnungsfeier im Foyer des Rathauses. Mit dem Kauf von Fairtrade-Produkten gäbe man keine Spenden oder Almosen, sondern leiste einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen und bekämpfe somit aktiv die Fluchtursachen, appellierte er an die rund 50 Gäste im Foyer. Im kritischen Blick auf die sozialen Medien war er sicher, dass es keine Armut gäbe, wenn auf der Welt so viel geteilt würde, wie auf Facebook. Fair sei also, nicht billig einzukaufen, wofür andere teuer bezahlen, so der Ehrenbotschafter. Mit der Übergabe der Urkunde an den Oberbürgermeister und an die Mitglieder der Steuerungsgruppe gratulierte er im Namen von Fairtrade herzlich zu diesem Titel und überraschte noch mit einer TOP-Nachricht: „Ab heute spielt Eislingen in der Champions League zusammen mit Amsterdam, Brüssel, London, Paris, Rom, Madrid, Dortmund und München“, bestätigte er mit einem Augenzwinkern, denn diese Metropolen seien alle Fairtrade-Towns.


Junge Generatin trägt den Fairtrade-Zukunftsgedanken

Glücklich schätzte sich Oberbürgermeister Klaus Heininger über das Engagement der jungen Generation, die gegenüber der Fairtrade-Sache besonders aufgeschlossen war. “Das war uns ein besonderes Anliegen“, denn, so das Stadtoberhaupt: „Nur wer über den Tellerrand hinausschaut sieht, wie ungerecht es in der Welt zugeht.". Alle Schulleiter hätten den Zukunftsgedanken von Fairtrade mitgetragen, unterstützt und standen als Motor hinter den vielen schulischen Aktionen. Das Erich Kästner Gymnasium konnte mit seiner Teilnahme beim deutschlandweiten Wettbewerb „fair knüpft“ sogar einen besonderen Erfolg verbuchen. Für das kontinuierliche Engagement der Schülerinnen und Schüler sprach er Oberstudienrätin Dorothea Weber einen besonderen Dank aus. Als aktives Mitglied der Steuerungsgruppe initiierte sie unter anderem immer wieder Aktionen auf dem Eislinger Wochenmarkt, an dem fair gehandelte Waren an den Mann bzw. an die Frau gebracht wurden und ihre Schüler Überzeugungsarbeit für den Fairtrade-Gedanken leisteten.

Fairer Handel lebt vom Handel -  wie geht es weiter?

Das Gütesiegel ist kein Titel für das Beruhigungskissen und sich sprichwörtlich auf die faule Haut legen oder auf den Lorbeeren ausruhen will die Steuerungsgruppe nicht. Denn nach der Auszeichnung heißt gleichzeitig auch vor der Auszeichnung. „Um den Gedanken nachhaltig zu verankern, kommt das Fairtrade-Siegel alle zwei Jahre auf den Prüfstand  - und das ist gut so“, betonte der Oberbürgermeister.
Der Eislinger, Eckhard Stübler, der die Aktion vor rund 8 Jahren aus eigener Überzeugung angestoßen hat, ist davor nicht Bange. Als aktives Mitglied der Steuerungsgruppe ist er überzeugt, dass sich weiterhin alle Mitglieder aktiv einbringen und versuchen, den fairen Handel noch mehr ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

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PSE (Pressestelle Stadt Eislingen/Fils)