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Stühlerücken im Eislinger Gemeinderat


Nach der offiziellen Bestätigung der Ergebnisse der Gemeinderatswahl vom 26. Mai konnten die neu gewählten Stadträtinnen und Stadträte einer Sondersitzung ihre Plätze im großen Saal des Eislinger Rathauses einnehmen. Neben altgedienten Gremiumsmitgliedern, werden sich in der kommenden Legislaturperiode auch viele neue Gesichter um die Geschicke der Stadt kümmern.

Der neue Gemeinderat

Zunächst stand aber ein Rückblick auf der Tagesordnung, denn es galt langjährige Mitglieder des Gemeinderats für Ihre Verdienste zu ehren. Mit 40 Jahren der Dienstälteste wird künftig Peter Ritz (SPD) sein. Oberbürgermeister Klaus Heininger hob seinen Sinn für Gerechtigkeit, sein Verdienste in der Integrationsarbeit und seine stets gelebte Bürgernähe hervor. Auch für den ungebrochen Eifer und die Begeisterung mit denen er sich seine Aufgaben widmet sei der Stadtrat bekannt „wenn Sie mal für ein Thema brennen, dann hilft nicht mal mehr die Feuerwehr“ bescheinigte ihm das Stadtoberhaupt, was den geehrten sichtlich freute.

Für 25 Jahre Gremiumsarbeit wurde Holger Haas (Grüne) geehrt. Er habe grüne Themen in Eislingen salonfähig gemacht, lange bevor sie auch auf Bundes- und Landesebene Einzug in die Politik hielten. Seinem Engagement und Fachwissen sei es auch zu verdanken, dass Eislingen in das Europäische Förderprogramm EFRE aufgenommen wurde. Holger Haas bedankte sich für die Ehrung mit einer Warnung an alle neuen Gremiumsmitglieder „25 Jahre und jedes Jahr ein Kilo mehr…“ gab er zu bedenken.

Für 20 Jahre im Gemeinderat wurden Manfred Strohm (CDU) und Elvira Canestrini (FWG) geehrt. Für Elvira Canestrini war es die letzte Sitzung. Sie war nicht mehr angetreten, um jüngeren Platz zu machen und sich mehr um ihren Einzelhandelsbetrieb zu kümmern. Oberbürgermeister Klaus Heininger verdeutlichte noch mal ihr großes Engagement für die Selbstständigen und die Entwicklung der Innenstadt. In ihren seltenen aber stets wertvollen Wortmeldungen habe sie immer die aktuelle Stimmungslage bei den Bürgern aus ihrem Laden direkt in den Ratssaal gebraucht. Elvira Canestrini bestätigte „ Ich rede zwar wenig, kann aber sehr gut zuhören“.

Auch das Engagement von Manfred Strohm galt bisher der Innenstadt, dabei besonders der Schaffung einer zentralen Stadtmitte. Seine besonnene Art und besondere Bürgernähe, die in seiner hohen Wertschätzung für die Vereine der Stadt zum Ausdruck komme habe ihm viele Sympathien eingebracht und sein Engagement in den verschiedensten kommunalen Tätigkeitsfeldern geprägt. Manfred Strohm selbst will auch weiter gerne konstruktiv und sachlich für die Entwicklung der Stadt arbeiten und dankte besonders seinem Freund und Fraktionskollegen Erich Schwendemann, der ihn vor 25 Jahren zu Kandidatur bewegt hatte.

Still wurde es, als Erich Schwendemann selbst nach über 50 Jahren im Eislinger Gemeinderat zu seiner letzten Rede ans Pult trat. Neben der eindrucksvollen Bilanz seines langjährigen Wirkens nutzte er die Gelegenheit, um dem Gremium, dem er „sein Eislingen“ künftig anvertraut einen letzten Ratschlag mit auf den Weg zu geben: „Diskussionen Ja, aber Streit- der nutzt niemandem, schon gar nicht unseren Bürger.“

In seiner anschließenden Rede verabschiedete der Oberbürgermeister neben Elvira Canestrini und Erich Schwendemann die ausscheidenden Stadträte Sarah Autenrieth, Gerd Fischer und Eckehard Wöller (alle FWG) sowie Axel Raisch und Martin Leyrer (beide CDU) und Dr. Gudrun Igel-Mann (SPD). In seinen persönlich verfassten Laudationes hob er die Verdienste und Charakteristika der einzelnen Stadträte hervor. Er dankte ihnen im Namen der Bürgerinnen und Bürger besonders für die Zeit und das hohe Engagement, die alle eingesetzt hatten, um Verantwortung für die Allgemeinheit zu übernehmen und wichtige Entscheidungen für die Zukunft der Stadt zu treffen.

Anschließend kam Bewegung in den Ratssaal, als die neuen und alten Stadträte die Plätze tauschten und die neue Sitzordnung eingenommen wurde. Der Oberbürgermeister erinnerte Stadträte vor ihrer Verpflichtung an die große Verantwortung, der sie sich in den kommenden Jahren stellen dürfen. Die Entscheidungen, die altgediente und neu dazugekommenen treffen werden sich „in der direktesten Form auf die Bürgerinnen und Bürger auswirken“ so das Stadtoberhaupt. Er rief das Gremium zu einer offenen Kommunikation und zu einem ehrlichen Umgang miteinander auf und ermutigte die Mitglieder ihre Kreativität aber auch Besonnenheit und Sachverstand einzusetzen, damit die gemeinsame Arbeit Früchte tragen kann „Früchte, die dann von den Bürgerinnen und Bürgern geerntet werden können.“ Gemeinsam legten die Stadträtinnen und Stadträte den Amtseid ab und wurden einzeln vom Oberbürgermeister per Handschlag verpflichtet.

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