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Neue Futtertankstellen für Bienen


Der Gemeinderat der Stadt Eislingen hat im vergangenen Jahr ein kommunales Konzept zur Förderung der biologischen Vielfalt beschlossen. Knapp ein Jahr später kann die Stadt erste Ergebnisse vorweisen.
 
Das Rahmenkonzept sieht unter anderem vor, städtische Grünflächen, die bisher intensiv gepflegt wurden und daher sehr artenarm waren, in naturnahe Wiesenflächen umzuwandeln. Ziel dabei ist, durch eine größere Vielfalt an blühenden Kräutern das Nahrungsangebot für Insekten und andere Tierartengruppen im Stadtgebiet zu erhöhen.
 
Rund zehn Flächen haben die Grünplaner der Stadt seither ins Visier genommen. In Zusammenarbeit mit dem städtischen Betriebshof, der Stadtgärtnerei oder beauftragter Landschaftsbau-Firmen wurden diese umgestaltet oder sind teilweise auch noch in der Bearbeitung. Neben mehreren Blühstreifen auf städtischen landwirtschaftlichen Flächen, wurden Verkehrsgrünflächen und eintönige Rasenflächen mit gebietsheimischen Saatgutmischungen im vergangenen Jahr angesät. Erste Erfolge sind nun sichtbar.

Als Beispiel wurden Teile der bisherigen Rasenflächen am städtischen Hallenbad in eine Blumenwiese umgewandelt. Die blütenreichen Wiesen werden zukünftig nur noch zwei bis drei Mal nach der Blüte gemäht, so dass die Kräuter bis zur Reife ihrer Samen stehen bleiben können. Nachdem die Umwandlung von Rasenflächen erfolgreich verlief, sollen weitere Teile des Zierrasens am Hallenbad zur Blumenwiese werden.

Blütenwiese am Hallenbad
Die eintönige Rasenfläche am Hallenbad verwandelte sich in eine blütenreiche Wiese.

 
Zudem wurden im Zuge von städtischen Straßenbaumaßnahmen neue Blühflächen geschaffen. Anstatt tristem Landschaftsrasen blühen auf den Straßenböschungen des im vergangenen Jahr fertiggestellten Anschlusses der Daimlerstraße an den Zubringer zur B 10 in diesem Jahr Margeriten, Wiesensalbei, Wilde Möhren und weitere Pflanzen.

Blick auf die Blumenwiese in der Daimlerstraße
Die Straßenböschung an der Daimlerstraße erhielt statt eintönigem Landschaftsrasen eine blütenreichen Saatgutmischung.
 
„Das ist erst der Anfang“, erläutert Wolfgang Lissak, Landschaftsplaner im Planungsamt, „wir prüfen derzeit viele städtische Fläche auf Machbarkeit und entwickeln für geeignete Grundstücke zielgerichtete Maßnahmen.“ Seine Kollegin, Landschaftsarchitektin Birgit Hoffmann, ist derzeit zusätzlich mit Schulen und Kindergärten im Gespräch, um dort das Thema Biodiversität in der Gestaltung der Außenanlagen umzusetzen.
 
Geduld ist gefragt, so die beiden Fachleute, denn oft vergehen mehrere Jahre, bis sich der gewünschte Zustand bei einer Neuanlage, Umwandlung oder Änderung der Pflege einstellt. „Die Reaktionen aus der Bürgerschaft sind größtenteils positiv auf diese Maßnahmen“, berichtet Birgit Hoffmann. Dennoch muss man sich an das Bild abgeblühter Pflanzenstängel, „ungeordneter“ Grünbestände oder der einen oder anderen Distel erst wieder gewöhnen, wenn wieder mehr Natur in die Stadt Einzug halten soll, so das Resümee der Akteure.
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