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Aus Alt mach Neu


„Hier werden Brücken nicht gebaut, sondern genäht, gestrickt und geklebt. Integration trifft Upcycling!“. So beschreibt das Nachhaltigkeitsnetzwerk Baden-Württemberg auf seiner Homepage den Internationalen Kreativtreff in Eislingen, bei dem viele gebrauchte Dinge zu neuem Leben erweckt werden.
 
Was im Oktober 2016 im Rahmen der Wochen der Vielfalt als Angebot an alle Eislinger Frauen mit und ohne Migrationshintergrund begann, hat sich zwischenzeitlich zu einem nachhaltigen Dauerbrenner entwickelt. Schon zu Beginn hatte die gegenseitige Unterstützung einen hohen Stellenwert. Aber auch Gespräche und das Kennenlernen anderer Kulturen bei Kaffee, Tee und Gebäck tragen zur guten Stimmung im Kreativtreff bei.

Ein mittlerweile fester Stamm von 10 bis 15 Frauen sind regelmäßige Besucherinnen.
Dazu kommen häufig Frauen, die vom Treff gehört haben und neugierig geworden sind. Manche wollten auch nur ihre Materialspenden vorbei bringen und sind gleich dageblieben. Inzwischen gehören auch einige Frauen, die als Flüchtlinge nach Eislingen gekommen sind, zu den regelmäßigen Besucherinnen.

Der Treff verarbeitet hauptsächlich Material, das gespendet wurde. Wolle, Stoffe, Nähgarn, Nadeln, Reißverschlüsse, Faden aber auch Nähmaschinen. Es gibt fast nichts, dass nicht sinnvoll weiterverwendet wird. Besonders die gespendeten Nähmaschinen stoßen auf großes Interesse. Mehrere Flüchtlingsfrauen erhalten dadurch die Möglichkeit, für ihre Familien Kleider zu nähen und Flick- und Ausbesserungsarbeiten selbst vorzunehmen. Zwischenzeitlich ist unter den Frauen eine Gemeinschaft entstanden, die sich gegenseitig unterstützt, unter die Arme greift und trotz unterschiedlicher Sprachen ohne Schwierigkeiten kommuniziert.
 
Als Elnora Hummel von der Nachhaltigkeitsinitiative des Landes erfuhr, war Sie sofort begeistert. Alle Materialien, vom Wollknäul bis hin zur Nähmaschine wurden aus privaten Altbeständen gespendet und finden neue Verwendung in der Integrationsarbeit. „Wir machen bei unseren Treffen Recycling in Reinkultur, helfen sparsam mit unseren Ressourcen umzugehen und obendrein fördern wir die Integration der neu nach Eislingen zugezogenen Frauen. Deshalb haben wir uns dafür entschieden, die Nachhaltigkeitstage direkt zu unterstützen und unsere Arbeit einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen“, so Elnora Hummel.

Dabei bekräftigt die rührige Initiatorin, dass weitere Treffteilnehmerinnen herzlich willkommen sind und sich die Frauengruppe nach wie vor über Sachspenden freut.
„Ich hoffe, dass wir durch unseren Erfolg auch Frauen in anderen Teilen Baden-Württembergs motivieren können, Nachhaltigkeit und Integration zu verbinden“, so Hummel.
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Redakteur / Urheber
PSE (Pressestelle Stadt Eislingen/Fils)