Route der Industriekultur

Das Fil­s­tal blickt auf eine lange und span­nen­de In­dus­trie­ge­schich­te zu­rück, deren Re­lik­te und Zeug­nis­se den Raum bis heute prä­gen. Ge­wer­be und In­dus­trie sind le­ben­di­ger Be­stand­teil der Städ­te und Ge­mein­den an der Fils. Hier be­geg­net man heim­li­chen, kaum be­kann­ten Welt­markt­füh­rern eben­so, wie welt­be­kann­ten Mar­ken­pro­du­zen­ten. Zu den alt­ein­ge­ses­se­nen, tra­di­ti­ons­rei­chen Un­ter­neh­men ge­sel­len sich junge, ide­en­rei­che Neu­grün­dun­gen. Über man­che Firma aus dem Fil­s­tal las­sen sich span­nen­de, tra­gi­sche aber auch ku­rio­se Ge­schich­ten er­zäh­len.

Der Ver­band Re­gi­on Stutt­gart nimmt im Rah­men des IN­TER­REG-Pro­jek­tes VALUE+ die Chan­ce wahr, ge­mein­sam mit den 16 Städ­ten und Ge­mein­den im Fil­s­tal das in­dus­tri­el­le Erbe in den Mit­tel­punkt der re­gio­na­len Ent­wick­lung zu stel­len. So wurde im Juli 2013 der Start­schuss für das Pro­jekt Route der "In­dus­trie­kul­tur Fil­s­tal" ge­ge­ben. Über tou­ris­ti­sche An­ge­bo­te soll in­dus­tri­el­le Ge­schich­te und Ge­gen­wart des Tales er­fahr­bar wer­den. Er­folg­rei­che Vor­bil­der, wie die Route der In­dus­trie­kul­tur Rhein-Main, zei­gen, wel­che Im­pul­se damit ge­setzt wer­den kön­nen – für das Image der Re­gi­on, für Tou­ris­mus und Kul­tur, für Städ­te­bau und Denk­mal­pfle­ge. Das Pro­jekt be­fasst sich in ers­ter Linie mit Orten der In­dus­trie­kul­tur; hier­zu zäh­len bei­spiels­wei­se Fa­bri­ken, Ar­bei­ter­sied­lun­gen und Fa­bri­kan­ten­vil­len. Dar­über hin­aus wer­den in­dus­tri­el­le Pro­duk­te und Ar­beits­wel­ten be­trach­tet – und das nicht nur als Rück­blick auf Ver­gan­ge­nes, son­dern auch als Spie­gel der in­dus­tri­el­len Ge­gen­wart.

Route

Die Route, die die ein­zel­nen Orte und Ge­schich­ten mit­ein­an­der ver­knüp­fen soll, setzt auf der Fil­s­tal Rad­rou­te auf. We­sent­li­che Auf­ga­be des Pro­jek­tes ist es, das in­halt­li­che und räum­li­che Kon­zept für die Route zu ent­wer­fen und deren Um­set­zung vor­zu­be­rei­ten.

Weitere Informationen

In sechs Schwerpunktthemen sollen die vielen Facetten der Industriekultur im Filstal lebendig und anschaulich werden:

Beim Thema FILS&BAHN&CO. dreht sich alles um die Infrastruktur der Industrialisierung: beispielsweise der Ausbau der Transportwege durch die Bahn, die Wasserkraft der Fils als Energiequelle der Maschinen oder die Entsorgung und Reinigung der Industrieabwässer.

Die Geschichte der Unternehmen und der sie leitenden Persönlichkeiten sollen im Themenschwerpunkt UNTERNEHMEN&UNTERNEHMER/INNEN im Zentrum des Interesses stehen.

"Made im Filstal" – was wurde und wird hier von Industriebetrieben hergestellt und in die Welt gebracht? Darum geht es im Themenschwerpunkt ERZEUGNISSE&PRODUKTE.

Aufstieg und Niedergang von Industriebetrieben, historische Umbrüche und Wendepunkte, neue Nutzungen für historische Gebäude – das Werden und Vergehen von Betrieben, Branchen und Gebäuden wird im Thema "IM WANDEL DER ZEIT" behandelt.

Über bauliche Neuerungen, bautechnische Meisterleistungen und die baulichen Repräsentanten der Industriebetriebe, Villen und Arbeitersiedlungen soll unter BAUKULTUR UND DENKMAL berichtet werden.

Arbeitsalltag, Lebensbedingungen und soziale Verhältnisse im Filstal vom Beginn der Industrialisierung bis heute stehen im Mittelpunkt des Themas ARBEITSWELTEN.
Bei der Vielfalt von Objekten und Orten ist es notwendig, Schwerpunkte und Prioritäten zu setzen. Die „Ankerpunkte“ der Route repräsentieren herausragende Zeugnisse der Industriekultur, die mit touristischen Angeboten verbunden werden können. Daneben spiegelt eine Vielzahl besonderer Orte die industriekulturelle Vielfalt des Filstals in Vergangenheit und Gegenwart wider.
Orte und Ankerpunkte der Industriekultur
Rückgrat der Konzeption ist der Filstalradweg. Von ihm ausgehend wurde die Zugänglichkeit von Ankerpunkten und wichtigen Orten der Industriekultur überprüft – Barrieren und Lückenschlüsse wurden aufgezeigt und konnten schließlich überbrückt werden.
Informationen zu den Orten der Industriekultur sind über die Einrichtung von „Industriekulturinseln“, aber auch digitalen Informationen, die vor Ort auf das Smartphone abrufbar sind, entlang der Route verfügbar.
Auf der Internetseite des Projekts  können die Bürger Geschichten und Fotos zur Industriekultur im Filstal ins Netz stellen.

Link zur Seite Industriekultur Filstal


So verbindet sich die Industriegeschichte mit den Geschichten der Menschen, deren Lebenswelten sich mit der industriellen Entwicklung im Filstal eng verzahnen. Nach und nach soll ein digitales Gedächtnis zur Industriekultur im Filstal entstehen. Gleichzeitig können sich hier alle Interessierten über das Projekt, die ausgewählten Orte der Industriekultur und den Routenverlauf ein Bild machen. Den beteiligten Kommunen und den Experten bietet der interne Bereich der Website die Möglichkeit zum fachlichen Austausch und zum Hoch- und Herunterladen von Materialien und Informationen zum Thema.