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Integrationskonzept der Stadt
Alphabetisierungskurs, Deutschkurse und zweisprachiger Unterricht


In Zusammenarbeit mit dem Türkischen Kulturverein Eislingen sowie dem Türkischen Generalkonsulat Stuttgart ist es der Stadt gelungen, einen Alphabetisierungskurs für türkische Frauen anzubieten. Die ersten Anzeichen seien vielversprechend, berichtet der städtische Integrationsbeauftragte Bernd Letzel, der die Maßnahme koordiniert. Acht Frauen nehmen an dem Kurs teil. Das ist beileibe keine Selbstverständlichkeit. Denn nicht selten sind bei Angehörigen dieses Kulturkreises Sprach- und Lesekenntnisse, die ein selbständiges Leben ermöglichen, nicht gewünscht.
Ein türkischer Lehrer unterrichtet die Frauen an zwei Vormittagen, die Werbung für den Kurs wird vom Konsulat gesponsert. Nicht nur seitens der Stadt ist man mit dem bisherigen Verlauf zufrieden: „Es macht Spaß zuzugucken.“ Auch die Frauen seien total begeistert, berichtet Letzel, der immer wieder bei den Unterrichtsstunden in den Räumen des Kulturvereins vorbeischaut. Sogar der Wunsch nach einem dritten Unterrichtstag in der Woche wurde laut – womöglich nicht nur aus der neu gewonnenen Freude am Lesen und Schreiben.
So besteht nun sogar eine Nachfrage weiterer Frauen bezüglich des Kurses. Einziges Problem: das Angebot überschneidet sich mit einem Deutsch-Kurs für Frauen, den das Arbeitsamt als Pflichtveranstaltung anbietet. Doch der Kurs ist für diese Frauen relativ zwecklos, da es am Elementarsten fehlt und viel grundlegender angesetzt werden muß.
Aber warum lernen diese Frauen zuerst türkisch und nicht deutsch? „Das ist in unserem Interesse“, erklärt der Erste Beigeordnete der Stadt, Herbert Fitterling. Denn nur wer die Muttersprache einwandfrei beherrsche, könne eine weitere Sprache erlernen. „Daher haben wir auch die fremdsprachige Kinderliteratur für die Bücherei angeschafft“, ergänzt der Integrationsbeauftragte Bernd Letzel. In der Folge sieht der Erste Beigeordnete Herbert Fitterling das Konsulat jedoch auch bei weiterführenden Deutsch-Kursen in der Pflicht. Bernd Letzel sieht hierfür gute Chancen, da der Türkische Kulturverein „exzellente Kontakte“ zum Konsulat unterhalte.
Dies könnte sich dann auch positiv auf nachfolgende Generationen auswirken. Bis dahin muß auch noch bei den Schülern direkt angesetzt werden.
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Denn viele türkischstämmige Grund- und Hauptschüler sind des Deutschen ebenfalls nicht mächtig. Deshalb soll es bald auch einen Deutschkurs für türkische Grundschüler geben. Gespräche mit dem Türkischen Kulturverein sowie dem Türkischen Elternverein laufen bereits; mit dem Konsulat wird verhandelt, inwieweit eine Unterstützung erfolgen kann.

Mit all diesen Maßnahmen möchte man dem in den letzten Jahren aufgetauchten Phänomen der „doppelten Halbsprache“ so früh wie möglich begegnen. Dazu soll auch der Modellversuch eines zweisprachigen Unterrichts für Grundschüler von Tatjana Ludmann in deutsch und russisch an der Schillerschule beitragen. Damit würde den zahlreichen aus Rußland stammenden Schülern im Ösch das Erlernen der deutschen Sprache erleichtert. Das Besondere dabei: der im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft angebotene Unterricht behandelt Inhalte normale Schulfächer, wie etwa Biologie oder Mathematik – zunächst einmal in russischer Sprache.
Mit diesen Ansätzen ist Eislingen in Sachen Integrationsbemühungen wieder einmal Vorreiter. Die Erfolge geben Eislingen recht. Trotz eines Migrantenanteils von rund 40% sind kaum Konflikte zu verzeichnen.
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Ein Deutschkurs „für fremdsprachige Mütter“ läuft bereits erfolgreich. Dazu treffen sich zehn Frauen seit Ende letzten Jahres unter der Leitung von Sabine Voith regelmäßig im TalX. Dabei bewirkt der Kurs mehr als die Verbesserung der Deutschkenntnisse für die Frauen mit unterschiedlichen Migrationshintergründen. Schöner Nebeneffekt: „Die Frauen verstehen sich, helfen sich gegenseitig – es ist eine nette Gemeinschaft“, berichtet Bernd Letzel. Der eigentliche Zweck, der souveräne Umgang mit der deutschen Sprache, wird darüber keineswegs aus den Augen verloren. Derzeit wird bereits über einen Fortgeschrittenenkurs nachgedacht. Hervorgegangen ist der Kurs aus dem Mentorenprojekt für Migrantenmütter von Christine Class; auch Initiative zweier Mütter.

Neben der Beseitigung von Sprachbarrieren spielen bei der Integration auch Begegnungen eine wichtige Rolle
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Als Fortsetzung des Tags für italienische und türkische Familien sowie der Russischen Wochen, wird es im Herbst in Zusammenarbeit mit dem Türkischen Kulturverein „Türkische Wochen“ geben. Bereits vom 13. bis 15. Mai veranstaltet der Türkische Kulturverein sein traditionelles Hoffest, zu dem alle Eislinger wieder eingeladen sind. „Damit wollen wir die türkischen und deutschen Eislingen zusammenführen“, erklärt Bernd Letzel.



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